Diese Wörter und Sätze solltest du niemals in Italien sagen!

Francesca Fabbian Autorenbild
Francesca Fabbian
19.04.2023
blonde Frau mit Flagge Italiens und Büchern auf gelbem Hintergrund

Im Laufe des Lebens eignet sich jeder Mensch gewisse Verhaltensweisen und Gepflogenheiten an, die durch seine regionale Lebensweise bestimmt werden und durchaus auch als landestypisch bezeichnet werden können.

Jede Nation hat ihre eigenen “ungeschriebenen Gesetze”, die mitunter völlig gegensätzlich zu denen in deinem Heimatland sein können. Deshalb ist nicht verwunderlich, dass du dich mit deinem gewohnten Auftreten in einem fremden Land ganz schnell in Fettnäpfchen katapultieren kannst, durch die du in deinem Ansehen auf Kellerniveau rutschst und dadurch von den Einheimischen leider nur noch wenig Respekt erwarten kannst.

Wenn du deinen nächsten Urlaub in Italien verbringen willst oder dieses wunderschöne Land gar dein neuer Wohnort werden soll, solltest du dich über die italienische Lebensart und gelebte Traditionen informieren, damit dir die Anpassung besser gelingt und du nicht sofort als Auswärtiger entlarvt wirst.

Wir helfen Dir dabei, sprachliche Fettnäpfchen zu vermeiden, um dir somit den Start in deinen italienischen Alltag zu erleichtern. In dem folgenden Ratgeber klären wir dich darüber auf, welche Wörter und Sätze du unbedingt vermeiden solltest, wenn du neu in Italien bist und du dich mit den typischen Handlungen der Italiener noch nicht auskennst.

Bei der Begrüßung

Ciao(Hallo, Servus oder Tschüss) ist eine umgangssprachliche Begrüßung und wird nur von guten Bekannten oder von jungen Leuten gesagt. 

Buon giorno (Guten Tag) und Buona sera (Guten Abend) ist eher die formelle Form und üblicher im italienischen Alltag. Buon giornogilt bis 17 Uhr Nachmittags, danach sagst du Buona sera

Beim Essen

Vermeide den Ausdruck: 

Che schifo! 

(Wie widerlich!)

Zu sagen, dass etwas eklig schmeckt, wird als Beleidigung angesehen für denjenigen, der das Essen zubereitet oder gekauft hat. Stattdessen solltest du sagen, dass du etwas nicht magst. Das unterstreicht, dass es an dir liegt und nicht an der Sache selbst, dass dir das Essen nicht schmeckt.

Das gilt sowohl für den Geschmack von Getränken und Lebensmitteln als auch für Gegenstände oder Meinungen. 

Nutze lieber diese Alternativen:

Non è di mio gradimento. 

(Das ist nicht nach meinem Geschmack.)

Preferirei mangiare altro. 

(Ich würde lieber etwas anderes essen.)

Non mi piace. 

(Ich mag es nicht.)

Bei Langeweile

Sicher ist es dir auch schon mal so ergangen, dass du dich in langweiligen Situationen wiedergefunden hast, die scheinbar nie enden wollten. Aber auch da solltest du Etikette bewahren und nicht auf unhöfliche Sätze zurückgreifen. 

Vermeide den Ausdruck: 

Che palle! 

(So ein Scheiß! [vulg.] oder So ein Mist! [ugs.])

Nutze lieber diese Alternativen:

Non lo trovo molto divertente, mi dispiace. 

(Ich finde das nicht sehr lustig, tut mir leid.)

Questa non è davvero la mia idea di divertimento.

(Das ist nicht meine Vorstellung von Spaß.)

Onestamente mi diverto di più a… (fare qualcos’altro)

(Ich habe ehrlich gesagt mehr Spaß daran, etwas anderes zu tun.)

Bei Desinteresse

Wenn dich eine Sache absolut nicht interessiert, ist es natürlich schwierig, das höflich auszudrücken. Greife deshalb in absoluten Notfällen auf bestimmte, aber freundliche Sätze zurück. 

Vermeide den Ausdruck: 

Non me ne frega. 

(Das ist mir egal.)

Nutze lieber diese Alternativen:

Mi dispiace, ma non mi interessa.

(Es tut mir leid, aber ich bin nicht interessiert.)

Bei Konflikten

Du versuchst, ein Problem zu lösen, aber dein Gegenüber versteht dich nicht. Das bringt dich in eine frustrierende Lage, in der es leicht vorkommen kann, dass du die Beherrschung verlierst. Bevor das passiert, atme tief durch und versuche, gerade bei den kritischen Punkten einfachere Wörter oder Beispiele zu wählen, um deinen Standpunkt zu verdeutlichen. 

Vermeide den Ausdruck: 

Non hai capito niente!  

(Du hast nichts verstanden!)

Nutze lieber diese Alternativen:

Forse non mi sono espressa bene. Provo a ricominciare da capo…

(Vielleicht habe ich mich nicht gut ausgedrückt. Ich versuche es zu wiederholen…)

Scusa, forse posso provare a spiegarmi meglio…

(Entschuldige, vielleicht kann ich versuchen, mich besser zu erklären…)

Bei Wut

Wenn du selbst schon wütend bist und dich dein Gegenüber mit dem, was er sagt oder tut, zum Explodieren bringt, ist die Gefahr sehr groß, dass du Beleidigungen aussprichst, die völlig unangebracht sind und dir hinterher leid tun. Auch hier solltest du mehrmals tief durchatmen, um dich zu beruhigen und versuchen, freundliche Ausdrücke zu finden, die den anderen nicht verletzen. 

Vermeide den Ausdruck: 

Vai a quel paese! / Vaffanculo!  

(Fahr zur Hölle! / Fick dich!)

Nutze lieber diese Alternativen:

Voglio rimanere da solo/a.

(Ich möchte allein sein.)

Lasciami in pace, gentilmente.

(Lasst mich bitte in Ruhe.)

Fazit

Mit diesem kleinen Ratgeber haben wir dir ein paar Beispiele genannt, wie du dich im italienischen Alltag ausdrücken kannst, ohne dabei gleich ins Fettnäpfchen zu treten und dich verbal daneben zu benehmen oder dein Gegenüber zu beleidigen. 

Vermeide die rot markierten Ausdrücke und verwende dafür lieber die grün hinterlegten Alternativen, um dich aus brenzligen Situationen zu befreien. Dein Gegenüber wird diese mühevolle Ausdrucksweise als Teil eines respektvollen Umgangs werten. Dadurch wird dir der Start in eine fremde Kultur besser gelingen und du wirst von den Italienern als gleichwertig wahrgenommen.  

Viel Spaß beim Üben!

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Über Francesca Fabbian
Francesca ist in Castelfranco Veneto (Venetien) geboren und hat schon in ihrer Schulzeit Deutsch gelernt. Nach ihrem Studium hat sie in Berlin, Freiburg und Hamburg gelebt und wohnt derzeit in München. Seit sie 20 Jahre alt ist, unterrichtet sie Italienisch mit viel Freude, Leidenschaft und Engagement. Mit ihrer speziellen Lernmethode konnte sie bisher über 500 Leuten helfen, die italienische Sprache zu lernen oder ihre Kenntnisse darin zu verbessern. Ihr Liebe zu Italien gibt sie automatisch an jeden Schüler weiter, so dass dieser sich nicht nur in die Sprache, sondern auch in das ganze Land verliebt.
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